Artikel von Stefan Bäuchl

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Ambivalenter Bewerbermarkt 2026: Wechselbereitschaft am Finance-Arbeitsmarkt bleibt hoch

Der Arbeitsmarkt für Finance-Positionen zeigt zum Jahreswechsel 2025/2026 ein ambivalentes Bild. Während viele Arbeitnehmer:innen grundsätzlich offen für einen Jobwechsel in Finance sind, bleiben konkrete Karriereschritte häufig aus. Eine aktuelle Umfrage von Schulmeister Management Consulting, durchgeführt im Dezember 2025 unter 1.122 Beschäftigten in Finance-Rollen, liefert zentrale Erkenntnisse zur Wechselbereitschaft – und zeigt, welche Faktoren für Arbeitgeber 2026 entscheidend sind.

INHALT

Hohe Wechselbereitschaft – aber selektive Bewegung am Finance-Arbeitsmarkt

Kanpp die Hälfte der Befragten planen, 2026 ihren Job in Finance zu wechseln, weitere 22 Prozent ziehen diesen Schritt zumindest in Betracht. Gleichzeitig ist nur etwas mehr als die Hälfte der wechselbereiten Arbeitnehmer:innen aktuell aktiv auf Jobsuche.

Diese Zurückhaltung bei der Jobsuche verdeutlicht: Der Bewerbermarkt für Finance-Positionen ist vorhanden, agiert jedoch deutlich selektiver als in den Vorjahren. Ein Jobwechsel wird zunehmend als strategische Entscheidung verstanden – geprägt von Sicherheitsbedürfnis, klaren Rollenprofilen und langfristigen Perspektiven.

„Am Jobmarkt für Finance-Positionen sehen wir einen deutlich höheren Anspruch auf beiden Seiten. Unternehmen müssen ihre Rollen klarer definieren und schneller entscheiden, während Kandidat:innen sehr genau prüfen, ob Verantwortung, Entwicklung und Stabilität wirklich gegeben sind“, erklärt Stefan Bäuchl, Geschäftsführer der Schulmeister Management Consulting Hamburg GmbH in Deutschland.

Über die Befragung

Insgesamt nahmen 1.122 Arbeitnehmer:innen aus dem Finanzbereich an der Studie teil. Die Befragten kamen aus Österreich und Deutschland (99%). Die Altersgruppe zwischen 36 und 45 Jahren war mit 33 % am stärksten vertreten, gefolgt von den 46- bis 55-Jährigen (36 %) und den 26- bis 35-Jährigen (23 %). Mit einem Frauenanteil von 55 % war das Geschlechterverhältnis leicht weiblich geprägt.

Diese Stichprobe bildet eine erfahrene Zielgruppe ab, die sich mitten im Berufsleben befindet und sowohl Stabilität als auch Weiterentwicklung sucht.

Die vollständigen Umfrageergebnisse finden Sie hier:

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Arbeitsplatzsicherheit als entscheidender Einflussfaktor

Auch die Einschätzung der eigenen Arbeitsplatzsicherheit in Finance-Positionen fällt differenziert aus. Rund ein Drittel der Befragten schätzt den eigenen Job aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als mittelfristig potenziell gefährdet ein. Gleichzeitig fühlt sich die Mehrheit aktuell nicht unmittelbar bedroht.

Diese Unsicherheit führt nicht zu vorschnellen Kündigungen, sondern zu abwartendem Verhalten. Stabilität bleibt ein zentrales Entscheidungskriterium für Wechsel oder Verbleib.

Einkommensentwicklung erhöht Sensibilität für neue Angebote

Neben subjektiven Einschätzungen zeigen sich auch messbare finanzielle Auswirkungen: 38 Prozent der Befragten berichten von Einbußen beim Jahreseinkommen. Für viele Beschäftigte in der Finance wirkt sich die wirtschaftliche Lage damit direkt auf die persönliche Situation aus.

Das erhöht die Offenheit gegenüber neuen Jobangeboten – insbesondere dann, wenn Gehaltsstruktur, Planungssicherheit und Entwicklungsperspektiven klar kommuniziert werden.

Führung, Perspektiven und Teamfit bleiben Schlüsselfaktoren

Natürlich spielt auch das Gehalt weiterhin eine wichtige Rolle für die Zufriedenheit und Wechselbereitschaft. Die wichtigsten Motivatoren für einen geplanten Jobwechsel:Unabhängig von Konjunktur und Einkommen zeigen sich konstante Muster bei der Unzufriedenheit in Finance Jobs. Besonders häufig genannt werden: 

  1. unzureichende oder wenig transparente Führung
  2. fehlende Karriere- und Entwicklungsperspektiven
  3. mangelnder Teamfit

 

Gleichzeitig zählen genau diese Faktoren – ergänzt um ein wettbewerbsfähiges Gehalt und interessante Aufgaben – zu den wichtigsten Kriterien für Zufriedenheit in Finance-Positionen und für die Attraktivität neuer Arbeitgeber.

Fazit für Unternehmen: Finance-Arbeitsmarkt 2026 verlangt klare Positionierung

Die aktuellen Umfrage-Ergebnisse zeigen deutlich: Der Finance-Arbeitsmarkt 2026 ist dynamisch, aber anspruchsvoll. Viele Fachkräfte sind wechselbereit, erwarten jedoch Sicherheit, Perspektive und wertschätzende Führung - neben einem wettbewerbsfähigen Gehalt. Unternehmen, die diese Erwartungen klar adressieren, verschaffen sich einen nachhaltigen Vorteil im Wettbewerb um qualifizierte Finance-Talente am Markt.

Über die Schulmeister Management Consulting Hamburg GmbH

Schulmeister Consulting ist seit 25 Jahren als Personalberater auf die Vermittlung von Positionen im Finanz- und betriebswirtschaftlichen Bereich spezialisiert und besetzt jährlich rund 500 Experten- und Führungspositionen im Accounting, Controlling und Tax.

Neben dem deutschen Markt sind wir an mehreren Standorten in Österreich und Tschechien aktiv und beschäftigen ein Team von rund 50 Kolleg:innen. Wir bringen Unternehmen in Hamburg passgenau mit geprüften Buchhalter:innen, Controller:innen und Bilanzbuchhalter:innen zusammen – schnell, diskret und professionell.

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