Hohe Wechselbereitschaft bei gleichzeitiger Zurückhaltung
Rund 53 Prozent der Befragten planen, im Jahr 2026 ihren Job zu wechseln, weitere 22 Prozent ziehen einen Wechsel zumindest in Betracht. Diese hohe Zahl an potenziell Wechselwilligen ergibt sich der Marktbeobachtung nach aus dem Antwortsample. Es wird angenommen, dass wechselwillige Arbeitnehmer:innen eher an der Umfrage teilnehmen. Unsere Erfahrungen bei Direktansprachen spiegeln diese hohe Wechselwilligkeit nicht in einem solchen Ausmaß wider. Gleichzeitig gibt nur etwas mehr als die Hälfte der wechselwilligen Befragten an, aktuell aktiv auf Jobsuche zu sein. Der Jobwechsel ist damit für viele Arbeitnehmer:innen weniger ein selbstverständlicher Karriereschritt, sondern eine abgewogene Entscheidung, die stark von Stabilität, Perspektive und konkreten Anreizen abhängt – und damit für Unternehmen schwerer planbar, aber gezielt beeinflussbar wird.
„Die Umfrage zeigt deutlich, dass viele Beschäftigte verunsichert sind und einen Jobwechsel erwägen, ohne aber sofort zu handeln. Für Unternehmen bedeutet das: Der Bewerbermarkt ist vorhanden, reagiert aber sensibel auf Rahmenbedingungen und Angebote“, so Mag. Matthias Schulmeister, Geschäftsführer der Schulmeister Management Consulting GmbH. „2026 wird daher weniger ein klassisches Einstellungsjahr sein als ein Jahr der Transformation in den Finance-Abteilungen. Unternehmen suchen nicht mehr breit, sondern sehr gezielt – und Kandidat:innen wechseln nur dann, wenn Perspektive, Rolle und Sicherheit überzeugend zusammenpassen.“
Von widersprüchlichen Signalen des Arbeitsmarktes im Finanzbereich spricht auch die Tageszeitung “Die Presse”, die weitere Einblicke zu den aktuellen Ergebnisse unserer Umfrage zum Bewerbermarkt in ihrem Artikel “Hohe Bereitschaft im Finanzsektor, den Job zu wechseln” vom 30. Jänner 2026 behandelt: Mehr als die Hälfte der Mitarbeitenden im Finanzsektor überlegt im heurigen Jahr, ob ein Jobwechsel eine gute Idee ist.


Verhaltene Einschätzung der Arbeitsplatzsicherheit
Auch die Einschätzung der eigenen beruflichen Sicherheit fällt differenziert aus. Rund ein Drittel der Befragten geht davon aus, dass der eigene Arbeitsplatz aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Lage mittelfristig gefährdet sein könnte. Gleichzeitig fühlt sich die Mehrheit weiterhin nicht unmittelbar bedroht. Wirtschaftliche Unsicherheit ist damit präsent, führt jedoch bislang eher zu Zurückhaltung als zu unmittelbaren Bruchentscheidungen.
Finanzielle Belastungen als realer Unsicherheitsfaktor
Neben emotionalen Aspekten zeigen sich auch konkrete finanzielle Auswirkungen der aktuellen wirtschaftlichen Situation. 38 Prozent der Befragten berichten von Einbußen beim Jahreseinkommen. Die wirtschaftliche Lage wirkt sich damit für einen erheblichen Teil der Beschäftigten direkt auf die persönliche finanzielle Situation aus – ein Faktor, der die Sensibilität gegenüber Jobangeboten und Rahmenbedingungen sicherlich erhöht.
Führung und Perspektiven als entscheidende Stabilitätsfaktoren
Unabhängig von der wirtschaftlichen Lage zeigen sich klare Muster bei den Gründen für Unzufriedenheit. Besonders häufig genannt werden eine unbefriedigende Führung, fehlende Perspektiven sowie ein mangelnder Teamfit. Gleichzeitig zählen genau diese Faktoren – neben einem fairen Gehalt und interessanten Aufgaben – auch zu den wichtigsten Kriterien für Zufriedenheit im aktuellen Job und für die Attraktivität eines zukünftigen Arbeitgebers. In einem von Unsicherheit geprägten Umfeld gewinnen Klarheit, Orientierung und Entwicklungsmöglichkeiten weiter an Bedeutung.


Erhebungsdetails der Umfrage
Die Jahreswechselumfrage wurde im Dezember 2025 zum vierten Mal in Folge durchgeführt. Insgesamt nahmen 1.122 Arbeitnehmer:innen aus dem Finanzbereich an der Online-Umfrage teil.
Die vollständigen Umfrageergebnisse finden Sie hier:
Über Schulmeister
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